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Der Leuchtturm und die Wohngebäude auf Ulkokalla

Das Wahrzeichen von Ulkokalla ist der um 1871 erbaute Leuchtturm, der noch bis 1974 von Leuchtturwärtern betrieben wurde und seitdem automatisiert ist. Das erste Wohngebäude der Leuchtturmwärter brannte in 1944 aus. Das jetzige Gebäude wurde 1948 fertiggestellt und diente bis zur Automatisierung des Leuchtturmbetriebes ganzjährig als Wohngebäude der Familien der Leuchtturmwächter.

Nachdem die Leuchtturmwächter die Insel verlassen hatten, stand das 4-Familienhaus als Übernachtungsmöglichkeit für Gäste zur Verfügung.

Heute bietet das Haus - frisch saniert und neu eingerichtet - eine hochwertige Unterkunft auf Ulkokalla. Zur Verfügung stehen neun Übernachtungszimmer, ein gemeinsamer Essraum, ein Besprechungs- und Schulungsraum, ein Kaminzimmer, eine Küche und ein Saunabereich sowie Lager- und Unterstellmöglichkeiten. Neben dem Leuchtturmwächterhaus gibt es auf Ulkokalla 8 Fischerhäuschen, die fast ausschließlich im Privatbesitz sind. Nach altem Brauch werden diese Hütten in den Familien vom Vater auf Sohn vererbt.

Eine Wetterstation des finnischen Wetterdienstes sowie eine Relaisstation der Firma Sonera vertreten auf Ulkokalla die moderne Technologie und dienen vor allem der Sicherheit auf dem Meer. Auf Ulkokalla dürfen keine neuen Gebäude errichtet werden.

Die Natur

Die Insel Ulkokalla besteht aus Klippen und Felsansammlungen, wie sie für äussere Schärenlandschaften typisch sind.  Die Insel Ulkokalla besteht aus Klippen und Felsansammlungen, wie sie für äussere Schärenlandschaften typisch sind. Das Anlegen ist aufgrund der Hindernisse knapp unter der Wasseroberfläche schwierig und erfordert äusserste Geschicklichkeit und exakte Ortskenntnisse. Die spärliche Vegetation entspricht den kargen Umweltbedingungen, wenn auch die Artenvielfalt mit etwa 100 unterschiedlichen Pflanzen sehr groß ist. Auf Ulkokalla wachsen keine Bäume ausser ein Paar jungen Eberesche, die sich zäh auf dem kargen Boden behauptet.
Die Vögel haben ihren festen Platz auf der Insel. Viele Zugvögel wie Blaukelchen (Luscinia suecica) und Wintergoldhähnchen (Regulus regulus) machen hier Rast. Steinwälzer (Haematopus ostralegus), Küstenseeschwalbe (Sterna paradisaea) und Gryllteiste (Cepphus grylle) u. a. gehören zu den ständigen Bewohnern der Insel. Auch Tordalk (Alca torda) und Schmarotzerraubmöwe (Stercorarius parasiticus) haben ihre Nester im Schutz der Klippen und Felsen gebaut.

Die Gewässer um Ulkokalla sind reichlich mit Fischen gesegnet. Seemaräne (Coregonus lavaretus), Ostseelachs (Salmo salar) und der aller begehrteste Fangfisch von Ulkokalla: Baltischer Hering (Clupea harengus membras) gehen hier ins Netz. Im nördlichen Bottnischen Meerbusen sind auch die Säugetiere Kegelrobbe (Halichoerus grypus) und Geringelter Seehund (Phoca hispida/vitulina) zu Hause und zeigen sich manchmal den naturinteressierten Gästen.

Die Geschichte

Maakalla und Ulkokalla – ein einzigartiges Inselpaar im nördlichen Bottnischen Meerbusen

Entdecken Sie die Kalla-Inseln im nördlichen Bottnischen Meerbusen! Ulkokalla liegt etwa 22 km von der Küste und Flussmündung von Kalajoki entfernt und Maakalla 4 km näher zur Küste. Die Lage erklärt die Namensgebung: Ulkokalla heißt Außenkalla und Maakalla heißt Landkalla. Maakalla ist eine historische Fischergemeinschaft, deren Anfänge bis ins 17. Jahrhundert reichen. Noch heute gilt auf den Inseln die durch den König von Schweden im 17. Jahrhundert erlassene eigene Autonomieregelung. Das oberste Entscheidungsorgan der Gemeinschaft ist die Inselversammlung, die jährlich im Juli zusammenkommt.

Die Kalla-Inseln haben in früheren Zeiten große Bedeutung für die Fischerei und damit generell für den Nahrungserwerb gehabt. Nachdem Maakalla im 17. Jahrhundert so weit aus dem Meer gestiegen war, dass Wohnhütten als Stützpunkte dort errichtet werden konnten, kamen Fischer aus mehreren anliegenden Küstenortschaften von Ende Juli bis Ende September auf die Insel zum Heringfang. Außenkalla wurde ab 1770 bewohnt, nachdem die Anlegeplätze auf Maakalla knapp geworden waren. Die höchsten Einwohnerzahlen verzeichneten die beiden Inseln in den Jahren um 1850: auf Maakalla rund 200 und auf Ulkokalla rund 100 Menschen. Neben den Fischern wohnten auf den Inseln eine Gruppe, deren Aufgabe es war, die Fische auszunehmen, und ein Pfarrer.

Die erste Kirche auf Maakalla wurde um 1680 Jahren gebaut. Der wöchentliche Kirchgang war damals eine Pflicht. Um dieser nachzukommen, war es einfacher, eine eigene Kirche auf deer Insel zu errichten und zu unterhalten als auf dem Festland die Gottesdienste zu besuchen und die dabei verkündeten Erlasse der Obrigkeit zu hören. Die heutige Kirche auf Maakalla wurde 1780 erbaut. Die Fischer sorgen nach wie vor für den Unterhalt der Kirche und des Pfarrhauses.

Die Wohgebäude sind von alters her kleine Hütten mit einem Zimmer. Neue Gebäude dürfen nur mit der Zustimmung der Inselversammlung gebaut werden. Baugenehmigungen werden sehr begrenzt vergeben, und jeder Bauherr muss die traditionelle Bauweise einhalten. So hat sich das alte Milieu bis heute erhalten.